Was brauchst du zum Lernen?

Maria Knilli: Am Ende unserer achtjährigen Zusammenarbeit war es mir wichtig, die Schüler selbst zu Wort kommen zu lassen. Ich fragte die Jugendlichen, wer Interesse hätte, die anderen zu ihrer bisherigen Schulzeit zu befragen. Es bildete sich rasch eine Gruppe von Interviewern, und zwei Drittel der Klasse waren bereit sich vor der Kamera zu äußern.

Alva, 15: Einen spannenden Unterricht. Wenn man merkt, dass der Lehrer das nicht gerne mag dies Fach, dann kommt das rüber, und man hat da keine Lust drauf. Wenn es spannend erzählt wird, ist das was anderes!

Anatol, 14: Ich finde man braucht einfach keinen Druck, Druck macht die ganze Stimmung kaputt und du kannst nicht in Ruhe lernen. Und einen netten Lehrer, dem du viele Fragen stellen kannst und der auf die Fragen eingeht.

Anna, 14: Einen Lehrer, der auch selbst Bock hat uns was beizubringen und nicht nur seinen Unterrichtsstoff durchziehen will, dem’s nicht nur darum geht, dass er aus dieser Unterrichtsstunde wieder rauskommt.

Annika, 14: Dass keiner sagt, du musst das jetzt machen, sondern dass ich freiwillig entscheiden kann, ob ich das jetzt lernen will oder nicht.

Daniel, 14: Ich denke, es ist wichtig, dass die Lehrer selbst auch Spaß am Unterricht haben, und dass sie auch versuchen das zu vermitteln.

Emily, 14: Stoff selber erarbeiten, dass man nicht einfach nur ein Arbeitsblatt vorgesetzt bekommt, sondern auch mündlich erlernt, was das ist.

Emma, 14: Einfach, dass ich mit jemandem zusammen lernen kann.

Esther, 14: Interesse für das jeweilige Fach. Wenn mich das Fach nicht interessiert, dann kann ich schwieriger lernen.

Filipa, 14: Einen Lehrer, dem der Stoff selbst total viel Spaß macht und der das auch echt gut vermitteln kann. Und dann echt auch Pausen dazwischen.

Hannah, 14: Einen Lehrer, der auch selber gerne diesen Stoff lernt.

Helena F., 14: Man braucht irgendein Ziel, sonst denkt man sich, ja kann ich auch morgen machen. Wenn man weiß, ja ich möchte einen guten Schulabschluss haben, dann weiß man, ja jetzt muss ich lernen. Man freut sich auch, wenn man ein gutes Ergebnis bekommt beim Test oder so.

Jonas, 14: Einen strengen, entspannten Lehrer, der uns im Griff hat und auch mal im Notfall zu Maßnahmen greifen kann. Aber der uns auch etwas beibringt.

Jonathan, 15: Es sollte mich interessieren. Es gibt natürlich auch Sachen, die mich nicht interessieren, und ich weiß, dass ich sie trotzdem können muss. Wie machst du das dann? Wie ich das mache? (lacht) Ja, ich mache das einfach.

Julia, 15: Auf jeden Fall Freiheit, ich kann nicht lernen, wenn man sagt, morgen musst du den Test schreiben und so gut sein. Schon ein bisschen Druck und ein bisschen Disziplin oder so, aber ich brauche einen längeren Zeitraum irgendwie.

Julian, 15: In der Schule eigentlich eher Ruhe, und zu Hause meistens Musik, um lernen zu können.

Juliana, 15: Man muss Spaß daran haben, und man muss ein Ziel haben.

Laurin, 14: Motivation.

Leoni, 14: Interesse daran auf jeden Fall, weil wenn man keine Lust auf etwas hat, dann wird man unruhig und dann ist es echt nicht sehr spaßig zu lernen.

Lidwina, 14: Meine Klassenkameraden.

Luca, 15: Motivation. Inwiefern, wer motiviert dich? Ich mach mir manchmal so einen Plan: Wenn ich jetzt lerne, dann gehe ich dafür abends weg, oder ich gehe schwimmen, so belohne ich mich.

Noemi, 14: Natürlich das gute Verhältnis zu den Lehrern und ein gutes Umfeld von Freunden, und dass man wenn man was nicht versteht, auch noch mal zu den Lehrern hingehen kann, und sie’s einem noch mal erklären.

Paul K., 14: Pausen haben wir ja genug, aber das Thema, das man gerade lernt, muss einen halt auch interessieren, finde ich.

René, 15: Ich brauche sozusagen eine Art Herausforderung, d.h. es müssen irgendwelche richtig schwierigen Aufgaben sein, wo ich so richtig zu knobeln habe, dann komme auch irgendwie besser voran, weil dann lerne ich was.

Sophia, 14: Ich finde der Lehrer muss Interesse an dem Fach vermitteln.
Es gibt Lehrer, ich merke, der Stoff ist eigentlich interessant, aber da ich den Lehrer nicht abkann, sag ich mal, wird’s dann bisschen schwer sich einzufügen und wirklich zuzuhören.

Roma, 14: Ich muss mich auf jeden Fall wohlfühlen, und der Unterricht muss auch interessant sein und nicht so langweilig und schleppend.

Rufus, 15: Einfach einen Lehrer, bei dem es Spaß macht zu lernen. Wenn’s keinen Spaß macht, dann habe ich auch keinen Bock.

Simon, 14: Was zu trinken und zwischendurch mal ne Ablenkung, weil wenn ich die ganze Zeit nur davor hocke, dann raucht mir irgendwann das Hirn, und ich hab gar keinen Bock mehr und ich krieg meine Wutanfälle, dann war’s das. Was machst du dann so zum Beispiel als Ablenkung zwischendurch? Trampolin-Hüpfen oder einen Riegel essen, jedenfalls nicht die ganze Zeit davor hocken!